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19.10.2007 von ich.

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19.10.2007 von ich.
Oder warum gibt es mehr „pre-productions“ als Series I - Landys
Montag morgen, halb 9 in England. Wo ist mein Tee? Spencer durfte also losbauen. Leider ergaben sich da schon die ersten Probleme. Die Stahlhändler haben ihm nur die Zähne gezeigt, als er mit der Forderung nach hunderten von Tonnen für die ersten Fahrzeug ankam. „Ham wer nisch, krieschn wir ooch nischt reich!“, eine Redenwendung die erst ein viertel Jahrhundert später hinter dem „Eisernen Vorhand“ geprägt worden sein soll hat hier wohl ihren Ursprung gefunden. Spencers Sekretärin, die nicht nur den besten 9 o’clock Tea im ganzen Rover Stammsitz in Gaydon kochen konnte, sondern auch sonst nicht auf den Kopf gefallen war, schlug ihrem Chef vor, doch beim Duralumin (das wir ab jetzt mal Alu nennen wollen) zu bleiben. „Zu teuer und zu langlebig!“ wäre ein Gegenargumente gewesen, aber der Vorgesetzte Sir von Spencer nickte die Kiste ab. Schließlich war er ja am Wochenende mit dem Wirtschaftminister auf der Rennbahn verabredet und der wollte Erfolgsmeldungen hören. „Machen Sie einfach! Geld hat noch nie ne Rolle gespielt!“Also und weil ein Stahlhändler doch etwas Stahl (zum Leidwesen aller späteren Käufer) herausgerückt hat, wurden Spritzwand und Rahmen aus Stahl gefertigt. In der Vorserie hatte man den rahmen noch feuerverzinkt. Und deshalb gibt es noch gut die Hälfte aller Vorserienfahrzeuge, während man bei der Serie I oft lange nach einem fahrbaren Exemplar suchen darf. Sei es drum. Mit Farbe gespritzt sollte der erste 80“ Landy auf der Motorshow in Amsterdam 1948 eine gute Figur machen, dann würde man weitersehen. Wozu auch Geld für Konservierung ausgeben, das war ja schon fürs Alu weg gewesen und Spencer hat sich wohl nicht getraut seinen Vorgesetzten noch mal um mehr Kohle zu bitten.(Bis heute munkelt man auch, dass im Schreibtisch von Spencers Chef zum Beginn der Motorshow in Amsterdam bereits Ersatzkandidaten für seinen Posten gelegen haben sollten.)Aber, da die Vorgesetzten vom Vorgesetzten von Spencer alle gute Freunde waren und selbst der Kolonialminister und der Verteidigungsminister irgendwann als Kinder mal mit Metabo gespielt haben sollen war die Nachfrage riesengroß. Spencer bekam zwar keinen Orden, aber er durfte bleiben und das war im Großbritannien der späten 40er auch ein Verdienst.Jetzt durfte der Land-Rover in Serie gehen. In Serie I. Mit 1,6 Litern Hubraum folgten von 1948 bis 1958 die Modelle „5“ LBG“ (5 Zoll durchmessende Scheinwerfer hinter dem Kühlergrill), dann die 7“ LTTG (7 Zoll durchmessende Scheinwerfer die durch den Grill gebohrt waren). Weil den Konstrukteuren dann die Ideen ausgingen haben sie den schwarzen Peter an die Motorenabteilung geschoben. „More Power!“ musste her. Zuerst mit einem 88“ und 2 Litern (aufgebohrt), weil der aber etwas anfällig und schwach war und die Konstrukteure ja fürs konstruieren bezahlt wurden folgte bald ein echter 86“ mit 2 Liter Benzin Motor.
Warum 88“ und 86“? Wir lüften an dieser Stelle eines der best gehüteten Geheimnisse von Land Rover. Die Ziffern bezeichnen den Radstand in Zoll (nicht die Gesamtlänge). Da beides aber immer irgendwie verbandelt war wurde die Gesamtlänge dem Motor angepasst und somit konnte auch der Achsstand differieren (später 107“ -> 109“). Ob man das verstehen muss – nein, muss man nicht. Vielleicht liegt’s am Tee?!?
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19.10.2007 von ich.
Oder warum Spencer nicht hätte Angeln fahren sollen
Kaum zu glauben, aber wahr, es gab Zeiten, in denen produzierte die englische Firma Rover Luxusautomobile von höchster Qualität. Ab 1929 war Spencer Bernau Wilks mit für die Geschicke der Firma zuständig. Leider gab es dann 1933 im Deutschen Reich Wahlen, deren Ausgang letztlich den 2. Weltkrieg bedingte und für Rover zum Fiasko wurde.Als der große Krieg vorbei war, mussten die Herrschaften im englischen Ober- und Unterhaus feststellen, dass der Spaß in „Good Ole Germany“ mehr gekostet hatte, als Churchill sich hätte erträumen lassen. Wenn man dann noch die Pferdewetten der Queen Mum und die Heizkosten für den feuchten Kasten in Bellmoral dazu zählte … kurzum, es musste irgendwie Geld her. Da kam eine Automarke wie Rover gerade recht. Schnell, viele Autos bauen und die für viel Geld exportieren, das war jetzt Spencer Bernau Wilks Job. Oh, wie er ihn gehasst haben muss. Wohl so sehr, dass er sich immer am Wochenende von Frau und Kindern verabschiedet und auf seinen Landsitz zum Angeln gefahren ist. Über etwa sonst vorgefallenes schweigt der Gentleman ja dem Sprichwort nach. Nicht so Spencer. Der gute hatte auf seinem Landsitz zufällig einen Willys Jeep, den die Amerikaner, denen er während des Krieges für Heim, Hof und Vaterland das Zelten auf seinem gemähten Rasen erlaubt hatten, zurückgelassen. Haltbarkeit überschritten. Die Karre war so gammelig, dass sie eigentlich von der damals noch nicht existenten MOT (eine Prüfung vergleichbar mit der dt. HU) schon lange hätte zum Einstampfen freigegeben sein sollen. Aber die MOT gab es noch nicht und unser Spencer ist fröhlich mit seiner Rostlaube gefahren.Lag es nun daran, dass ihm das Geholpere so gefallen hat, oder dass der Jepp wirklich am Ende war, wir wissen es nicht. Oder, sollte gar sein Drang zur Pflichterfüllung gesiegt haben. Also wie auch immer, Spencer kam der fatale Gedanke, was die Amis können, können wir auch. Kreativität, etwas Spucke und weil das Blech knapp war ein paar Pfund Duralumin (Alu). Das waren die Zutaten für das Vehikel, das eigentlich ja nur unseren Spencer zum Angeln und zurück bringen sollte. Schweißen konnten die Briten noch nie, also wurde genietet. 1947 gab’s dann die große Teerunde. Denn Spencer hatte innerhalb von ein paar Wochen ein solches Vehikel auf Jeep Basis zusammen geklopft, oder klopfen lassen (was letztlich nicht entscheidend ist). Bei der Namensgebung müssen die Herren mit Lager-Bier angestoßen haben. Denn, weil man das Vehikel auf dem Land einsetzen wollte, wählte man als ersten Teil des Namens, „Land“ (wir kreativ!) und weil Spencer hoffte dass es den Sirs im Vorstand gefallen würde, naja, musste noch Rover rein. Und das ergab? Richtig „Land-Rover“ Die Madams (der Sirs) fanden es garantiert furchtbar, macht aber nix, die wurden ja im Bentley vorgefahren. Die Sirs hingegen müssen sich an ihre Zeit mit dem „Metabo“ Kasten erinnert gefühlt haben und klatschten british polite in die Hände. So polite, dass Spencer „eine Kleinserie“ bauen durfte (scheinbar waren nicht alle wirklich überzeugt, oder haben mit Metabo gespielt).
Es ist übrigens Humbug, dass man bei englischen Landärzten den Wagentyp angeben muss, den man fährt, wenn man eine Behandlung wünscht. Denn ein gut gewarteter Ur-Landy verursacht erst nach 5 Meilen einen Bandscheibenvorfall – und so weit ist es vom Hauptportal bis zum Angelweiher ja nicht.
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