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Vorgeschichte - A trip to Scottland (1997) - Part 3

Und so spann sich in den folgenden 20 Tagen eine Art Beziehung. Ich hatte mich damals wohl wirklich in den Wagen verliebt. So sehr, das ich danach sofort handeln wollte. Ich wollte den in Part 1 genannten V8 wieder aufmöbeln. Ein sinnloses Unterfangen, schon weil sich schnell herausgestellt hat, dass mir Know How, Zeit und Geld einfach gefehlt hatten.
So endete mein erster Landy – Stage One V8 leider an einem niesselig kalten November Abend auf dem Trailer eines sog. „Landyfreundes“. Der den Wagen für sich privat aufmöbeln wollte. Später  hat sich herausgestellt, dass der „Landyfreund“ Händler und der Wagen zwar gemöbelt, aber für teures Geld schon versprochen war. Weniger die feine englische, denn die schnöde schwäbische „Geiz ist geil!“ Art.
Schwamm drüber!
2001 kauft sich dann Frank H., ein bekannter einen 110er. Ob er ihn aber bis heute fährt, entzieht sich meiner Kenntnis. Ab und an sehe ich die Defender Dame. In den folgenden Jahren steht die Karriere, der Job und diverse Stationen in dieser Republik auf dem Programm. Ich liebäugele mit einem „KIA Rocsta“ (www.rocsta.de) und fahre PKW.
Im Mai 2007 erwerbe ich letztlich die Defender Dame. Tina und Chrissi benötigen ein Auto, mit dem Tina schneller unterwegs zu ihren Drehs sein kann und das „feinstaubtechnisch“ zukunftssicherer ist. Die Dame darf sich vom Würzburger Kennzeichen verabschieden und bekommt am 03.05.2007 das Kennzeichen AN-GB 110 zugeteilt. Welcome!

Vorgeschichte - A trip to Scottland (1997) - Part 2

Und dann  irgendwo nördlich von Glasgow darf ich das erste Mal zwischen Fahrer und Beifahrer Platz nehmen. Der Notsitz wird für 200km mein Zuhause. Und ich stelle fest. Nett von außen, aber zu groß darf man nicht sein. Nun ja, man kann ja Pausen machen, sich unterhalten, dem Klang des wundervollen 300tdi lauschen, wenn der Staubsauger mit seiner Arbeit beginnt. Man kann den Antrieb arbeiten hören und die Gangwechsel unter sich spüren. Oder man kann einfach nur die Augen schließen und in dieser Geräuschkulisse einschlafen. Dafür hatte ich mich entschieden. Irgendwo 30 Meilen vor Inverness beenden wir unseren ersten Tag. Wir fahren links ab, nach 200 Metern wieder links und stehen unsichtbar für die anderen vorbeidonnernden Autos in einem Feldweg. Nur ein paar Schafe teilen sich das grüne Fleckchen mit uns und jetzt darf die Defender Dame ein zweites Mal zeigen, was in ihr steckt. Die Krautnudeln werden auf der Kochkiste warm, das Spülwasser plätschert aus dem Unterdruckhahnen. Und die Tränenblech beplankten Kotflügel halten als Abstellfläche für heiße Teller, die Teekanne und den Whisky her. Ohne Kratzer versteht sich. 

Davon gibt es sogar ein Bild, das ganze zwei Tage später nahe Port of Skye auf der Isle of Skye entstanden ist. Ich nehme das Frühstück auf dem Kotflügel ein. Und wieder lausche ich einer spannenden Episode, die die Defender Dame Tags zu vor von der Serie II des Schäfers, der unter vielen Schafen das einzige menschliche Wesen war, das uns nahezu 24 Stunden lang begegnet war wohl gehört hat. Und ich erahne es. Es gibt ähnlich wie beim Käfer „Herbie“ von Walt Disney wohl viele Automarken und Typen. Der Landy hat aber so was wie einen Geist.   Darauf stoßen die Dame und ich an. Mit echtem Single Malt, klar! Slainte mhath!     

Vorgeschichte - A trip to Scottland (1997) - Part 1

Wie “verliebt ” man sich in einen Landy

Wir schreiben den Sommer 1997. Ich bin Pfadfinder und versuche gerade auf der BOS (Hauswirtschaftl. Berufsschulzentrum, Stadt Würzburg – kurz Knödelakademie) meine allgemeine Hochschulreife zu erlangen. In diesem Sommer steht seit 3 Jahren wieder mal ein echter Urlaub an. Zusammen mit den Pfadfindern aus dem benachbarten Lengfeld soll es auf einen „Trip to Scottland“ gehen. Eine Woche lang wollen wir den nicht englischen teil der Insel bereisen, dann zwei Wochen in alter Pfadi Manier zelten und schließlich eine kleine Edinburgh Exkursion anhängen. Als Vorauskommando ist es dabei unsere Hauptaufgabe, für rund 50 jüngere Pfadis den Großteil des Gepäcks (Zelte, Vorräte etc.) nach Schottland zu bringen. Eines leicht grauen Morgens trifft sich das Vorauskommando im benachbarten Hettsadt zur Abreise in Richtung Rotterdam. Dort soll es per Fähre nach „Kingston upon Hull“ und dann weiter über York, die M1 in Richtung Glasgow gehen, bevor wir endgültig in die Low Lands einfallen und unserer Route in Richtung Loch Lommond und letztlich der Isle of Skye folgen.

Am Start sind zwei Fahrzeuge. Ein solider etwas in die Jahre gekommener MB100 mit frisch erlangter WoMo Zulassung und eine junge 110er Defender Dame in weiß. Tina und Chrissi haben sich den Wagen eben gekauft, nachdem ihr vorheriger Landy (ein Stage One V8) weder wirtschaftlich, noch technisch wirklich gut war.

Ich bin begeistert, spukt in meinem Hinterkopf doch immer die Vision vom wahren Geländewagen. Ich erkenne, das meine Visionen einen Landrover Defender meinten und auch wenn ich der Defender Dame zu Anfang noch schüchtern gegenüber stehe – es ist Liebe auf den ersten Blick. Stolz und voller Elan erhebt sich das kantige an den Ecken nur im Ansatz abgerundete Chassis vom Leiterrahmen. In welliger Manier zeigt sich das Alu Kleid, an den entsprechenden Stellen leicht braun vom Rost der Türschrauben eingefärbt und kernig werkelt unter der Haube der 300tdi. Wer genau hinhört, der kann dem rhythmischen Tackern der Ventile die Legende ihrer Serie-Vorfahren erlauschen, folgt dem Pfiff des anziehenden Turboladers an die unwirtlichsten und wildesten Orte dieser Welt und fühlt sich beim Erklimmen das Fahrergestühls hinter dem großen Lenkrad wie in „Marlboro Country“ oder im „Camel Land“.Die Fahrt kann beginnen … Gang einlegen, langsam von der Kupplung und mit sanftem Tritt auf das Gaspedal den 300tdi zum Leben erwecken. Auf geht’s nach Schottland!

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